Solanum lycopersicum · Gemüse

Tomate pflanzen

SteckbriefSolanum lycopersicum
Keimtemperatur
20–25 °C
Keimdauer
6–12 Tage
Pflanzabstand
80 × 60 cm
Pflanz-/Saattiefe
1 cm
Tage bis zur Ernte
60–85
Lichtbedarf
Sonne
Frostempfindlich
Ja

Aussaat- & Erntezeiten

oder

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VorziehenAuspflanzenErnte

Gute & schlechte Nachbarn

Gute Nachbarn
Besser nicht daneben

Einführung

Allgemeines

Tomaten (Solanum lycopersicum) gehören zu den beliebtesten Gemüsepflanzen in deutschen Gärten und das aus gutem Grund: Kaum ein anderes Gemüse belohnt Hobbygärtner mit so aromatischen Früchten wie selbst gezogene Tomaten. Ob im Beet, im Gewächshaus oder im Kübel auf dem Balkon mit der richtigen Planung gelingt der Tomatenanbau auch Anfängern. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt für Aussaat und Auspflanzung, ein sonniger, geschützter Standort und eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung. In diesem Guide erfährst du, wann du Tomaten vorziehst, wie du sie richtig pflegst, welche Schädlinge und Krankheiten du im Blick behalten solltest und welche Sorten sich für deinen Garten eignen.

Kurz zusammengefasst: Aussaat ab Ende Februar bis Anfang April auf der Fensterbank, Auspflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai, Ernte von Juli bis Oktober.

Pflege

Pflege der Tomaten

Tomaten sind Starkzehrer und brauchen einen nährstoffreichen, humosen Boden. Arbeite vor dem Pflanzen Kompost oder gut verrotteten Mist ein und dünge während der Saison alle zwei bis drei Wochen mit einem kaliumbetonten Tomatendünger. Kalium fördert die Fruchtbildung und das Aroma.

Beim Gießen gilt: gleichmäßig, durchdringend und immer nur an die Wurzel – niemals über die Blätter. Nasse Blätter begünstigen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden und reduziert den Gießaufwand.

Stabtomaten müssen regelmäßig ausgegeizt werden: Entferne die Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, solange sie klein sind. So steckt die Pflanze ihre Kraft in die Früchte statt ins Blattwerk. Binde den Haupttrieb laufend an einem Stab oder einer Schnur auf. Ab August kappst du die Triebspitze, damit die verbleibenden Früchte noch ausreifen. Buschtomaten benötigen dagegen weder Ausgeizen noch Stütze.

Ernte

Ernte der Tomaten

Die Tomatenernte beginnt je nach Sorte und Witterung ab Anfang Juli und zieht sich bis in den Oktober. Reife Tomaten erkennst du an der sortentypischen Ausfärbung und daran, dass sie sich leicht vom Stiel lösen. Ernte am besten regelmäßig alle zwei bis drei Tage – das regt die Pflanze an, weitere Früchte auszubilden.

Grüne Tomaten, die vor dem ersten Frost noch an der Pflanze hängen, kannst du bei etwa 18–20 °C im Haus nachreifen lassen. Lege dazu einen Apfel dazu: Das Reifegas Ethylen beschleunigt den Prozess. Wichtig: Lagere reife Tomaten nie im Kühlschrank – dort verlieren sie ihr Aroma. Bei Zimmertemperatur halten sie sich rund eine Woche.

Tipps

Tipps & Tricks

  • Regenschutz einplanen: Ein Tomatendach oder ein überdachter Platz an der Hauswand schützt vor Braunfäule – der häufigsten Ursache für Ernteausfälle im Freiland.
  • Tief pflanzen: Setze Jungpflanzen bis zum ersten Blattpaar in die Erde. Am vergrabenen Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln, die Pflanze wird kräftiger.
  • Gute Nachbarn wählen: Basilikum, Petersilie, Knoblauch und Tagetes sind ideale Beetpartner. Kartoffeln dagegen nicht – sie übertragen die Braunfäule.
  • Fruchtfolge beachten: Baue Tomaten nicht jedes Jahr am selben Platz an, im Kübel jährlich frische Erde verwenden.
  • Blüten schütteln: Im Gewächshaus hilft leichtes Rütteln an den Rispen zur Mittagszeit bei der Bestäubung.
  • Brennnesseljauche als Booster: Verdünnt gegossen liefert sie Stickstoff in der Wachstumsphase – ab der Blüte auf kaliumbetonte Düngung umstellen.

Schädlinge & Krankheiten

Schädlinge & Krankheiten

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist die wichtigste Tomatenkrankheit: Braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten breiten sich bei feucht-warmer Witterung rasant aus. Vorbeugung ist alles – Regenschutz, ausreichender Pflanzabstand (mindestens 60 cm), Gießen nur von unten und das Entfernen bodennaher Blätter. Befallene Pflanzenteile sofort entsorgen, nicht auf den Kompost geben.

Weitere häufige Probleme:

  • Blütenendfäule: Braune, eingesunkene Stellen am Fruchtansatz. Keine Krankheit, sondern Kalziummangel durch unregelmäßiges Gießen – gleichmäßige Wasserversorgung schafft Abhilfe.
  • Weiße Fliege: Vor allem im Gewächshaus ein Problem. Gelbtafeln und Nützlinge wie Schlupfwespen helfen.
  • Blattläuse: Bei leichtem Befall abspritzen oder Nützlinge wie Marienkäfer fördern.
  • Tomatenrostmilbe: Bronzefarbene Verfärbungen an Stängeln und Blättern; befallene Pflanzen früh behandeln oder entfernen.
  • Grauschimmel (Botrytis): Tritt bei schlechter Belüftung auf – regelmäßiges Ausgeizen und Lüften im Gewächshaus beugen vor.

Sorten

Tomatensorten

Die Sortenvielfalt bei Tomaten ist riesig – über 3.000 Sorten sind allein in Europa erhältlich.

Eine grobe Orientierung:

  • Cocktail- und Kirschtomaten (z. B. 'Philovita', 'Black Cherry'): Süß, ertragreich und robust – ideal für Einsteiger und den Balkon.
  • Salattomaten (z. B. 'Harzfeuer', 'Matina'): Die Klassiker für den Frischverzehr, mittelgroße runde Früchte.
  • Fleischtomaten (z. B. 'Ochsenherz', 'Ananas'): Große, aromatische Früchte für Salate und zum Füllen – brauchen viel Wärme und Zeit.
  • Flaschen- und Romatomaten (z. B. 'San Marzano'): Wenig Kerne, festes Fruchtfleisch – perfekt für Soßen und zum Einkochen.
  • Wildtomaten (z. B. 'Rote Murmel'): Extrem robust und braunfäuletolerant, kleine Früchte in großer Zahl.

Für das Freiland ohne Dach empfehlen sich ausdrücklich braunfäuletolerante Züchtungen wie 'Phantasia', 'Primabella' oder 'De Berao'. Samenfeste Sorten haben gegenüber F1-Hybriden den Vorteil, dass du eigenes Saatgut gewinnen kannst.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Tomaten nach draußen?+
Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Die Bodentemperatur sollte konstant über 10 °C liegen. Im Gewächshaus ist die Pflanzung schon ab Ende April möglich.
Wie oft muss man Tomaten gießen?+
Im Sommer je nach Witterung täglich bis alle zwei Tage – lieber seltener und durchdringend als täglich oberflächlich. Kübelpflanzen brauchen an heißen Tagen auch zweimal täglich Wasser. Wichtig: nur an die Wurzel gießen, nie über die Blätter.
Warum werden die Blätter meiner Tomaten gelb?+
Häufigste Ursachen sind Nährstoffmangel (vor allem Stickstoff), Staunässe oder schlicht das natürliche Absterben der unteren Blätter. Gelbe Blätter im unteren Bereich kannst du bedenkenlos entfernen. Breiten sich braune Flecken aus, prüfe auf Braunfäule.
Muss man alle Tomaten ausgeizen?+
Nein. Stabtomaten werden eintriebig gezogen und regelmäßig ausgegeizt, Busch- und Balkontomaten wachsen dagegen von Natur aus kompakt und werden nicht ausgegeizt.
Kann man Tomaten und Gurken zusammen ins Gewächshaus pflanzen?+
Es geht, ist aber ein Kompromiss: Tomaten mögen es trocken und luftig, Gurken feucht-warm. In kleinen Gewächshäusern funktioniert es mit guter Lüftung – ideal ist eine räumliche Trennung der beiden Kulturen.