Glossar

Stängel

Der Stängel ist die krautige, nicht verholzte Sprossachse einer krautigen Pflanze. Als oberirdischer Achsenteil trägt er Blätter, Knospen und Blüten, gibt der Pflanze Halt und transportiert Wasser und Nährstoffe. Im Unterschied zum verholzten Stamm der Gehölze und zum hohlen Halm der Gräser stirbt der weiche Stängel am Ende der Vegetationsperiode meist ab.

Was ist das?

Bedeutung für die Gartenpraxis

Für die Gartenpraxis ist der Stängel an vielen Stellen relevant. Ein kräftiger, gedrungener Stängel ist ein Zeichen gesunder Anzucht; lange, dünne, blasse Stängel dagegen verraten Lichtmangel – die Pflanzen sind vergeilt. Beim Pflanzen mancher Kulturen, etwa Tomaten, setzt man den Stängel bewusst tiefer, weil er an den unteren Abschnitten zusätzliche Wurzeln bildet.

Auch bei Krankheiten ist der Stängel ein Frühwarnsystem: Knickt eine Jungpflanze an der Stängelbasis um (Umfallkrankheit) oder faulen die unteren Stängelabschnitte, deutet das auf zu viel Nässe hin. Und wer weiß, dass die Knospen an den Stängelknoten sitzen, schneidet und geizt gezielt an der richtigen Stelle.

Auch die Standfestigkeit hat mit dem Stängel zu tun: Ein zu dicht gesäter Bestand zwingt die Pflanzen, dünne, lange Stängel zum Licht zu strecken – sie werden instabil. Ausreichender Pflanzabstand und viel Licht ergeben dagegen kräftige, gedrungene Stängel. Bei manchen Kulturen ist der Stängel selbst ein Reifezeichen: Bei Zwiebeln etwa knickt der Stängel (das Laub) um, wenn die Zwiebel erntereif ist.

Verwandte Begriffe