Allium cepa · Gemüse

Zwiebel pflanzen

SteckbriefAllium cepa
Keimtemperatur
10–20 °C
Keimdauer
10–20 Tage
Pflanzabstand
30 × 10 cm
Pflanz-/Saattiefe
1 cm
Tage bis zur Ernte
120–160
Lichtbedarf
Sonne
Frostempfindlich
Nein

Aussaat- & Erntezeiten

oder

Wähle Region oder PLZ für deine regionalen Termine.

VorziehenDirektsaatAuspflanzenErnte

Gute & schlechte Nachbarn

Gute Nachbarn
Besser nicht daneben

Einführung

Zwiebeln pflanzen

Zwiebeln (Allium cepa) gehören zu den dankbarsten Kulturen im Gemüsegarten: Sie brauchen wenig Pflege, wenig Platz und lassen sich nach der Ernte monatelang lagern. Der Anbau gelingt auf zwei Wegen – über Steckzwiebeln (kleine, vorgezogene Zwiebelchen) oder über Samen (Säzwiebeln). Steckzwiebeln sind der schnellere, einfachere Weg und für Einsteiger klar zu empfehlen; Säzwiebeln brauchen länger, werden dafür oft größer und lagern besser.

Zwiebeln sind Schwachzehrer und vertragen keine frische Düngung – sie stehen am besten im zweiten Jahr nach einer stark gedüngten Kultur. Wichtig ist ein lockerer, gut durchlässiger Boden und ein sonniger Standort.

Kurz zusammengefasst: Steckzwiebeln ab Mitte März stecken, Aussaat von Säzwiebeln ab Ende Februar, Ernte von Mitte Juli bis Anfang September, wenn das Laub umknickt.

Pflege

Zwiebeln richtig pflegen

Zwiebeln sind pflegeleicht, aber konkurrenzschwach: Unkraut nimmt ihnen schnell Licht und Nährstoffe weg. Halte die Reihen deshalb konsequent frei und hacke regelmäßig flach – aber vorsichtig, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche.

Beim Gießen ist Zurückhaltung angesagt: Zwiebeln brauchen nur in längeren Trockenphasen zusätzliches Wasser. Staunässe führt schnell zu Fäulnis. Ab etwa Juli wird nicht mehr gegossen und nicht mehr gedüngt – die Pflanze soll ihr Laub einziehen und die Zwiebel ausreifen lassen. Stickstoffdüngung im Spätsommer ist der häufigste Fehler: Sie erzeugt üppiges Laub, aber schlecht lagerfähige Zwiebeln.

Steckzwiebeln nur so tief setzen, dass die Spitze knapp herausschaut. Vögel ziehen frisch gesteckte Zwiebeln gern wieder heraus – ein Vlies in den ersten Wochen hilft. Blütenstängel, die vereinzelt schießen, sofort ausbrechen: Geschossene Zwiebeln bilden keine lagerfähige Knolle.

Ernte

Zwiebeln ernten und lagern

Zwiebeln sind erntereif, wenn das Laub gelb wird, umknickt und abtrocknet – meist ab Mitte Juli bei Steckzwiebeln, bei Säzwiebeln bis in den September hinein. Warte, bis mindestens die Hälfte der Bestände umgeknickt ist; das Laub künstlich umzutreten beschleunigt zwar die Abreife, geht aber zulasten der Lagerfähigkeit.

Ernte an einem trockenen Tag, hebe die Zwiebeln mit der Grabegabel vorsichtig an und lasse sie mehrere Tage an Ort und Stelle oder auf einem luftigen Gitter nachtrocknen, bis die äußeren Schalen raschelnd trocken sind und die Hälse zugezogen haben. Erst dann sind sie lagerfähig.

Zum Lagern das trockene Laub abschneiden (etwa 3 cm stehen lassen) oder zu Zöpfen flechten. Gelagert wird kühl (0–10 °C), dunkel und vor allem trocken und luftig – Netze oder Kisten, nie in Plastiktüten. Gut ausgereifte Sorten halten so bis ins Frühjahr. Dicke, weiche Hälse und geschossene Exemplare zuerst verbrauchen, sie faulen als Erste.

Tipps

Tipps und Tricks für den Zwiebelanbau

  • Steckzwiebeln vor dem Stecken sortieren: Sehr große Steckzwiebeln (über 2 cm) neigen zum Schossen. Nimm mittelgroße, feste Exemplare.
  • Möhren als Nachbarn: Die klassische Mischkultur – der Zwiebelgeruch vertreibt die Möhrenfliege, der Möhrengeruch die Zwiebelfliege.
  • Nicht frisch düngen: Zwiebeln gehören in die zweite oder dritte Reihe der Fruchtfolge. Frischer Mist oder Kompost fördern Fäulnis und weiche Zwiebeln.
  • Frühjahrsaussaat für Lagerzwiebeln: Wer aus Samen zieht, sät ab Ende Februar im Haus oder ab Mitte März direkt – das lohnt sich, weil Säzwiebeln deutlich länger halten.
  • Winterzwiebeln als Bonus: Spezielle Sorten werden im August/September gesteckt, überwintern und liefern schon ab Juni die erste Ernte – ideal, um die Lücke bis zur Hauptzwiebel zu füllen.
  • Vierjährige Anbaupause: Zwiebeln (und alle Lauchgewächse) frühestens nach vier Jahren wieder auf dieselbe Fläche, sonst drohen bodenbürtige Pilze.

Schädlinge & Krankheiten

Schädlinge und Krankheiten an Zwiebeln

Der wichtigste Schädling ist die Zwiebelfliege: Ihre Larven fressen sich in die junge Zwiebel, das Laub welkt und vergilbt, die Pflanze kippt um. Vorbeugung ist die einzige wirksame Maßnahme – ein Kulturschutznetz ab dem Stecken, Mischkultur mit Möhren und die Einhaltung der Fruchtfolge. Befallene Pflanzen sofort entfernen und nicht kompostieren.

Weitere häufige Probleme:

  • Falscher Mehltau: Graulila Pilzrasen auf blassen, abknickenden Blättern bei feuchtem Wetter. Luftige Pflanzung, weite Abstände, befallene Blätter entfernen.
  • Zwiebelhalsfäule: Zeigt sich erst im Lager – weiche, graue Fäule am Hals. Ursache ist meist zu frühe Ernte oder unzureichendes Abtrocknen.
  • Lauchmotte: Fraßgänge im Laub; ebenfalls über Kulturschutznetze abzuwehren.
  • Weiße Zwiebelfäule (Sclerotium): Weißes Pilzgeflecht an der Zwiebelbasis, bleibt jahrelang im Boden. Befallene Flächen viele Jahre nicht mit Lauchgewächsen bepflanzen.
  • Schossen: Kein Schädling, sondern eine Stressreaktion auf Kälte nach dem Stecken – Blütenstängel ausbrechen und die Zwiebel bald verbrauchen.

Sorten

Zwiebelsorten im Überblick

Zwiebeln unterscheiden sich vor allem in Farbe, Schärfe und Lagerfähigkeit:

  • Gelbe Zwiebeln (z. B. 'Stuttgarter Riesen', 'Sturon'): Die Allrounder – kräftig im Geschmack, sehr gut lagerfähig, als Steckzwiebel überall erhältlich.
  • Rote Zwiebeln (z. B. 'Red Baron', 'Braunschweiger Dunkelblutrote'): Milder und süßlicher, ideal für Salate; etwas kürzer lagerfähig als gelbe Sorten.
  • Weiße Zwiebeln (z. B. 'Snowball'): Mild und zart, aber die kürzeste Lagerdauer – eher für den Frischverzehr.
  • Gemüsezwiebeln (z. B. 'Ailsa Craig'): Sehr große, milde Zwiebeln zum Füllen und Braten. Werden aus Samen gezogen und nicht lange gelagert.
  • Winterzwiebeln (z. B. 'Electric', 'Senshyu Yellow'): Im Spätsommer gesteckt, überwintern im Beet, Ernte ab Juni.
  • Schalotten: Bilden Nester aus mehreren kleinen Zwiebeln, feiner im Aroma, gut lagerfähig.

Für die Vorratshaltung sind gelbe, spät reifende Sorten die erste Wahl. Wer schnell ernten will, greift zu Steckzwiebeln; wer maximale Größe und Lagerdauer möchte, zieht Säzwiebeln aus Samen.