Fragaria × ananassa · Obst

Erdbeere pflanzen

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60 × 30 cmPflanzabstand
NeinFrostempfindlich

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AuspflanzenErnte

Einführung

Erdbeeren pflanzen

Erdbeeren (Fragaria × ananassa) sind das beliebteste Beerenobst im Hausgarten – und die dankbarste Einstiegskultur: Sie tragen schon im Jahr nach der Pflanzung, brauchen wenig Platz und wachsen sogar im Balkonkasten oder in der Ampel. Selbst geerntet schmecken sie unvergleichlich intensiver als jede Supermarktbeere, die auf Transportfähigkeit statt Aroma gezüchtet ist.

Erdbeeren sind mehrjährig, lassen aber im Ertrag nach einigen Jahren nach – deshalb werden sie alle drei Jahre erneuert, praktischerweise über die eigenen Ausläufer. Man unterscheidet einmaltragende Sorten (eine große Ernte im Juni) von immertragenden (kleinere Mengen von Juni bis in den Herbst).

Der wichtigste Termin ist die Pflanzung: Wer im Juli/August pflanzt, erntet im Folgejahr voll; eine Frühjahrspflanzung bringt im ersten Jahr nur wenig.

Kurz zusammengefasst: Pflanzung idealerweise Juli/August (für vollen Ertrag im Folgejahr), alternativ im Frühjahr; Ernte je nach Typ von Juni bis in den Herbst. Mehrjährig, alle drei Jahre erneuern.

Pflege

Erdbeeren richtig pflegen

Erdbeeren wollen einen sonnigen Standort und humosen, gut durchlässigen Boden. Staunässe führt zu Wurzel- und Fruchtfäule. Vor der Pflanzung Kompost einarbeiten; Erdbeeren sind Mittelzehrer und danken eine organische Düngung im Frühjahr und nach der Ernte.

Der kritischste Punkt bei der Pflanzung ist die Pflanztiefe: Das Herz (die Triebmitte, aus der die Blätter kommen) muss genau auf Bodenhöhe sitzen. Zu tief gepflanzt fault das Herz, zu hoch trocknen die Wurzeln aus – beides sind die häufigsten Gründe für Ausfälle.

Gegossen wird gleichmäßig, besonders während der Fruchtbildung, aber immer an die Wurzel, nie über die Früchte (Grauschimmel). Eine Mulchschicht aus Stroh unter den Pflanzen (daher der englische Name 'strawberry') hält die Früchte sauber und trocken und beugt Fäulnis vor.

Nach der Ernte werden bei einmaltragenden Sorten die alten Blätter zurückgeschnitten und die Ausläufer entfernt – oder gezielt zur Vermehrung genutzt: Die ersten, kräftigsten Jungpflanzen an den Ausläufern bewurzeln lassen und im Sommer als neue Pflanzen setzen. So erneuerst du den Bestand kostenlos.

Ernte

Erdbeeren ernten und lagern

Die Ernte beginnt bei einmaltragenden Sorten meist im Juni und dauert etwa drei bis vier Wochen. Immertragende (remontierende) Sorten liefern in Schüben von Juni bis in den Oktober.

Erdbeeren reifen nicht nach – sie müssen vollreif geerntet werden, wenn sie rundum tiefrot und aromatisch duften. Eine zu früh gepflückte Erdbeere wird nie mehr süß. Am besten mit dem grünen Kelch und einem Stück Stiel pflücken, das schont die Frucht und verlängert die Haltbarkeit.

Ernte regelmäßig alle zwei bis drei Tage und am besten an einem trockenen Tag – nasse Beeren schimmeln schnell. Überreife und faulende Früchte konsequent entfernen, sonst greift der Grauschimmel auf gesunde über.

Erdbeeren sind extrem kurzlebig: Im Kühlschrank halten sie ungewaschen ein bis zwei Tage. Erst kurz vor dem Verzehr waschen (gewaschene Beeren matschen). Zum Haltbarmachen eignen sich Einfrieren (ganz oder als Püree), Marmelade und Trocknen. Für die Tiefkühlung die Beeren einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in Beutel füllen – so kleben sie nicht zusammen.

Tipps

Tipps und Tricks für den Erdbeeranbau

  • Im Sommer pflanzen für vollen Ertrag: Juli/August ist der beste Termin – die Pflanzen etablieren sich und tragen im Folgejahr voll. Frühjahrspflanzung bringt im ersten Jahr wenig.
  • Herz auf Bodenhöhe setzen: Der häufigste Pflanzfehler. Zu tief fault das Herz, zu hoch vertrocknen die Wurzeln.
  • Mit Stroh mulchen: Hält Früchte sauber und trocken, beugt Grauschimmel und Schnecken vor.
  • Alle drei Jahre erneuern: Der Ertrag lässt nach – über die kräftigsten Ausläufer kostenlos neue Pflanzen ziehen.
  • Nicht neben Kartoffeln/Tomaten: Gemeinsame Krankheiten (Verticillium-Welke). Gute Nachbarn sind Knoblauch, Zwiebeln und Spinat.
  • Vier Jahre Standortpause: Erdbeeren sind selbstunverträglich – nicht direkt wieder auf dieselbe Fläche.
  • Vor Vögeln schützen: Kurz vor der Reife ein Netz spannen – Amseln sind schneller als man denkt.
  • Immertragende für die Ampel: Sie fruchten an den Ausläufern und sehen hängend besonders schön aus.

Schädlinge & Krankheiten

Schädlinge und Krankheiten an Erdbeeren

Das größte Problem der Erdbeere ist der Grauschimmel (Botrytis): Die Früchte überziehen sich mit einem grauen, pelzigen Schimmelrasen, vor allem bei feuchtwarmem Wetter und wenn Beeren den Boden berühren. Vorbeugung ist alles: mit Stroh mulchen, luftig pflanzen, von unten gießen, faule Früchte sofort entfernen.

Weitere häufige Probleme:

  • Schnecken: Lieben reife, bodennahe Beeren. Strohmulch, Schneckenkragen, Absammeln.
  • Vögel: Amseln und Stare ernten gern mit – rechtzeitig ein Netz spannen.
  • Erdbeermehltau: Weißer Belag, aufgewölbte Blattränder. Tolerante Sorten, luftiger Stand.
  • Verticillium-Welke: Bodenbürtiger Pilz, Pflanzen welken und sterben. Fruchtfolge, nicht nach Kartoffeln/Tomaten pflanzen.
  • Erdbeerblütenstecher: Käfer, der Blütenknospen ansticht und abknicken lässt. Meist tolerierbar.
  • Rote Wurzelfäule: Auf staunassen Böden. Für Drainage sorgen, Hochbeet/Damm.

Sorten

Erdbeersorten im Überblick

Erdbeersorten teilen sich vor allem nach Erntezeitpunkt:

  • Einmaltragende Sorten (z. B. 'Elsanta', 'Korona', 'Senga Sengana'): Eine große, konzentrierte Ernte im Juni. 'Elsanta' ist die aromatische Standardsorte, 'Senga Sengana' der Klassiker zum Einkochen.
  • Immertragende / remontierende Sorten (z. B. 'Ostara', 'Mara des Bois'): Kleinere Mengen in Schüben von Juni bis Oktober. 'Mara des Bois' schmeckt fast wie eine Walderdbeere.
  • Monatserdbeeren / Walderdbeeren (Fragaria vesca, z. B. 'Rügen'): Kleine, hocharomatische Früchte den ganzen Sommer, kompakter Wuchs, oft ohne Ausläufer – ideal für Beeteinfassungen und Töpfe.
  • Klettererdbeeren: Vermarktungsbegriff für immertragende Sorten mit langen Ausläufern, an Rankhilfen gezogen.

Für den Hauptertrag empfiehlt sich eine einmaltragende Sorte, ergänzt durch immertragende für die lange Saison. Monatserdbeeren sind das aromatische Extra für Balkon und Beetrand. Wer einkochen will, greift zu 'Senga Sengana'.