Pisum sativum · Gemüse
Erbse pflanzen
- Keimtemperatur
- 8–18 °C
- Keimdauer
- 7–14 Tage
- Pflanzabstand
- 40 × 5 cm
- Pflanz-/Saattiefe
- 4 cm
- Tage bis zur Ernte
- 60–90
- Lichtbedarf
- Sonne
- Frostempfindlich
- Nein
Aussaat- & Erntezeiten
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Gute & schlechte Nachbarn
Einführung
Erbsen säen und anbauen
Erbsen (Pisum sativum) sind eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt – und eine der dankbarsten für den Hausgarten. Sie vertragen leichten Frost, können deshalb sehr früh gesät werden, und sie sammeln als Leguminose Stickstoff aus der Luft im Boden. Nach Erbsen ist das Beet also nährstoffreicher als vorher – ein seltenes Kunststück.
Es gibt drei Typen, die sich deutlich unterscheiden: Palerbsen (die klassischen grünen Erbsen zum Auspalen), Markerbsen (süßer, zarter, der beste Geschmack) und Zuckerschoten (Kaiserschoten, bei denen die ganze Hülse gegessen wird).
Frisch aus der Schote geerntet schmecken Erbsen so süß, dass sie es selten bis in die Küche schaffen – das ist der eigentliche Grund für den Eigenanbau.
Kurz zusammengefasst: Direktsaat ab Mitte März bis Mitte Mai, Ernte von Anfang Juni bis August, je nach Sorte 60–90 Tage nach der Aussaat.
Pflege
Erbsen richtig pflegen
Erbsen werden immer direkt gesät – 4 cm tief, in einer Doppelreihe oder in Horsten. Sie vertragen leichten Frost und können ab Mitte März in die Erde, sobald der Boden bearbeitbar ist. Die frühe Saat hat einen Grund: Erbsen mögen Kühle, in der Sommerhitze leiden sie und werden mehltauanfällig.
Nicht düngen. Erbsen binden über Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft und versorgen sich selbst. Stickstoffdünger fördert nur Blattmasse auf Kosten der Hülsen. Ein normaler Gartenboden reicht; Kompost erst für die Nachfrucht.
Rankhilfe je nach Typ: Niedrige Palerbsen kommen oft ohne aus, aber Markerbsen und Zuckerschoten werden 1–2 m hoch und brauchen ein Gerüst, Netz oder Reisig. Bau es gleich bei der Aussaat auf – später zwischen die Ranken zu greifen, geht schief.
Gegossen wird moderat, aber ab der Blüte konsequent: In dieser Phase entscheidet die Wasserversorgung über den Hülsenansatz. Leichtes Anhäufeln der Jungpflanzen gibt Standfestigkeit.
Nach der Ernte die Pflanzen nicht ausreißen, sondern abschneiden – die stickstoffhaltigen Wurzelknöllchen bleiben so im Boden.
Ernte
Erbsen ernten und lagern
Die Ernte beginnt je nach Sorte 60–90 Tage nach der Aussaat, meist ab Anfang Juni.
Zuckerschoten werden geerntet, wenn die Hülse noch flach ist und sich die Körner gerade erst abzeichnen – hier isst man die ganze Schote, sie darf noch keine harte Pergamentschicht gebildet haben.
Pal- und Markerbsen erntest du, wenn die Hülsen prall gefüllt, aber noch saftig grün sind. Der Test: Eine Schote öffnen und probieren. Sind die Erbsen mehlig statt süß, ist es zu spät – dann werden sie hart und stärkehaltig.
Ernte regelmäßig alle zwei bis drei Tage: Erbsen reifen von unten nach oben, und wer die reifen Hülsen abnimmt, hält die Pflanze in der Produktion. Bleiben Hülsen ausreifen, stellt die Pflanze ein.
Erbsen sind ein Paradebeispiel für Frischverbrauch: Ihr Zucker wandelt sich nach der Ernte innerhalb weniger Stunden in Stärke um – deshalb schmecken gekaufte Erbsen nie wie eigene. Direkt verarbeiten oder einfrieren (kurz blanchieren, dann portionsweise einfrieren).
Wer Saatgut gewinnen will, lässt einige Hülsen an der Pflanze vollständig ausreifen und trocknen.
Tipps
Tipps und Tricks für den Erbsenanbau
- Früh säen: Erbsen vertragen leichten Frost. Ab Mitte März in die Erde – in der Sommerhitze leiden sie und werden mehltauanfällig.
- Nicht düngen: Erbsen versorgen sich über Knöllchenbakterien selbst mit Stickstoff. Düngung erzeugt nur Blattmasse.
- Wurzeln im Boden lassen: Nach der Ernte abschneiden, nicht ausreißen – die stickstoffhaltigen Knöllchen bleiben als Dünger für die Nachfrucht zurück.
- Rankhilfe vor der Aussaat aufbauen: Später ist es zu spät. Reisig, Netz oder Spalier – Markerbsen werden bis 2 m hoch.
- Vögel fernhalten: Tauben und Amseln lieben frisch gesäte Erbsen. Ein Netz oder Vlies in den ersten Wochen schützt.
- Sofort verbrauchen: Der Zucker wandelt sich innerhalb von Stunden in Stärke – Erbsen schmecken direkt nach der Ernte am besten.
- Sechsjährige Anbaupause: Erbsen sind selbstunverträglich – frühestens nach sechs Jahren wieder auf dieselbe Fläche, sonst droht Erbsenmüdigkeit.
- Erbsentriebe naschen: Die jungen Triebspitzen sind essbar und schmecken intensiv nach Erbse.
Schädlinge & Krankheiten
Schädlinge und Krankheiten an Erbsen
Der bekannteste Schädling ist der Erbsenwickler: Ein kleiner Falter legt seine Eier an die Hülsen, die Raupen fressen sich in die Schote und sitzen dann als weiße Maden zwischen den Erbsen. Vorbeugung: früh säen und früh ernten, denn der Wickler fliegt ab Juni – frühe Sätze entgehen ihm weitgehend. Ein Kulturschutznetz ab der Blüte hilft zusätzlich.
Weitere häufige Probleme:
- Echter Mehltau: Weißer, mehliger Belag ab Hochsommer, vor allem bei später Aussaat und Trockenheit. Frühe Aussaat und tolerante Sorten sind die beste Antwort.
- Blattrandkäfer: Fressen charakteristische halbrunde Buchten in die Blattränder. Meist kosmetisch, kritisch nur bei Jungpflanzen.
- Blattläuse: Können an Triebspitzen stark auftreten; Nützlinge fördern.
- Vögel: Der unterschätzte Feind – Tauben ziehen frisch gekeimte Erbsen heraus. Netz in den ersten Wochen.
- Erbsenmüdigkeit / Fußkrankheiten: Bodenbürtige Pilze bei zu enger Fruchtfolge. Die einzige Abhilfe ist eine lange Anbaupause von sechs Jahren.
- Mäuse: Fressen gern die gesäten Körner.
Sorten
Erbsensorten im Überblick
Die drei Typen unterscheiden sich grundlegend – die Wahl entscheidet, was du erntest:
- Palerbsen (z. B. 'Kleine Rheinländerin', 'Wunder von Kelvedon'): Runde, stärkereiche Körner, werden ausgepalt. Die frühesten und robustesten, aber weniger süß. Niedriger Wuchs, oft ohne Rankhilfe.
- Markerbsen (z. B. 'Wundergrüne', 'Alderman', 'Kelvedon Wonder'): Runzelige Körner, deutlich süßer und zarter – der beste Geschmack. Etwas kälteempfindlicher, deshalb ab April säen. Werden hoch und brauchen ein Gerüst.
- Zuckerschoten / Kaiserschoten (z. B. 'Norli', 'Delikett', 'Sugar Ann'): Die ganze Hülse wird gegessen, keine Pergamentschicht. Ideal für Wok und Rohverzehr.
- Zuckererbsen / Snap Peas (z. B. 'Sugar Snap'): Zwischenform – dicke, knackige Hülse mit ausgebildeten Körnern, komplett essbar.
Für den Hausgarten sind Markerbsen die beste Wahl beim Geschmack und Zuckerschoten die effizienteste Nutzung (kein Auspalen, keine Abfälle). Viele Sorten sind samenfest – eigenes Saatgut lässt sich durch Ausreifenlassen einiger Hülsen leicht gewinnen.