Ocimum basilicum · Kräuter

Basilikum pflanzen

18–25 °CKeimtemperatur
7–14 TageKeimdauer
25 × 20 cmPflanzabstand
JaFrostempfindlich

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Einführung

Basilikum pflanzen

Basilikum (Ocimum basilicum) ist das beliebteste Küchenkraut Deutschlands – und gleichzeitig das, an dem die meisten scheitern. Die Supermarkttöpfe gehen fast immer nach wenigen Tagen ein, und im Garten fällt Basilikum bei der ersten kühlen Nacht um. Beides hat denselben Grund: Basilikum ist eine wärmeliebende, einjährige Pflanze aus den Tropen, die es hell, warm und keinesfalls kalt mag.

Wer diese Ansprüche kennt, hat es leicht: Basilikum wächst schnell, riecht herrlich und lässt sich den ganzen Sommer über beernten. Der Schlüssel liegt im richtigen Standort (vollsonnig, windgeschützt, warm), im richtigen Gießen (an die Wurzel, nie über die Blätter) und im richtigen Ernten (Triebspitzen kappen statt einzelne Blätter zupfen).

Kurz zusammengefasst: Aussaat ab Mitte März auf der Fensterbank, Auspflanzen nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, Ernte von Juni bis zum ersten Frost. Basilikum ist einjährig und übersteht keinen Winter im Freien.

Pflege

Basilikum richtig pflegen

Basilikum ist wärmebedürftig und lichthungrig. Der Standort muss vollsonnig und windgeschützt sein – ideal ist ein warmer Platz an einer Südwand, im Gewächshaus oder auf der Fensterbank.

Beim Gießen liegt der häufigste Fehler: Basilikum will gleichmäßig feucht, aber keine nassen Füße. Gieße morgens an die Wurzel, nie über die Blätter und nie abends – nasses Laub in kühlen Nächten ist die Einladung für Pilzkrankheiten. Staunässe führt zu Wurzelfäule, der häufigsten Todesursache der Supermarkttöpfe (die sind zudem viel zu dicht bepflanzt und gehören vereinzelt).

Ein Lichtkeimer ist Basilikum: Die Samen bei der Aussaat nur andrücken, nicht mit Erde bedecken. Keimtemperatur um 20 °C.

Basilikum ist ein Mittelzehrer; ein humoser Boden oder gute Kräutererde reicht, gelegentliche Düngung fördert das Wachstum. Der wichtigste Pflegegriff ist das Entspitzen: Kappe regelmäßig die Triebspitzen oberhalb eines Blattpaares, dann verzweigt sich die Pflanze buschig, statt in die Höhe zu schießen. Blütenknospen sofort ausbrechen – blüht Basilikum, werden die Blätter bitter und die Pflanze stellt das Wachstum ein.

Ernte

Basilikum ernten und haltbar machen

Geerntet wird ab etwa sechs Wochen nach der Aussaat, sobald die Pflanze kräftig genug ist – meist ab Juni.

Der entscheidende Punkt, den fast alle falsch machen: Nicht einzelne Blätter zupfen, sondern ganze Triebspitzen abschneiden, immer oberhalb eines Blattpaares. Genau dort, wo du schneidest, treibt die Pflanze zwei neue Triebe aus – sie wird mit jeder Ernte buschiger. Wer nur die großen unteren Blätter abpflückt, bekommt eine kahle, vergeilte Pflanze.

Ernte regelmäßig, auch wenn du das Kraut gerade nicht brauchst – das hält Basilikum jung und produktiv. Und breche Blütenknospen sofort aus: Sobald Basilikum blüht, wird es bitter und hört auf, neue Blätter zu bilden.

Basilikum schmeckt frisch am besten und verliert getrocknet fast sein ganzes Aroma. Besser haltbar machst du es als Pesto (hält im Kühlschrank Wochen, eingefroren Monate) oder indem du die Blätter in Öl oder portionsweise in Eiswürfeln einfrierst. Frisch geschnitten hält es im Wasserglas auf der Fensterbank einige Tage – nicht im Kühlschrank, dort bekommt es schwarze Kälteflecken.

Tipps

Tipps und Tricks für den Basilikumanbau

  • Supermarkttopf retten: Der dichte Ballen enthält Dutzende Pflänzchen, die um Wasser und Licht konkurrieren. In drei bis vier Portionen teilen und einzeln umtopfen – dann hält er statt Tagen Monate.
  • Nie über die Blätter gießen: Der wichtigste Handgriff gegen Pilzbefall. Immer an die Wurzel, morgens.
  • Triebspitzen kappen, nicht Blätter zupfen: Das Geheimnis buschiger Pflanzen. Über einem Blattpaar schneiden.
  • Blüten sofort ausbrechen: Blühender Basilikum wird bitter und stellt das Wachstum ein.
  • Warm halten: Unter 10 °C leidet Basilikum sichtbar. Erst nach den Eisheiligen raus, an den wärmsten Platz.
  • Tomaten als Nachbar: Basilikum gilt als idealer Partner – gleiche Ansprüche, und der Duft soll die Weiße Fliege fernhalten.
  • Als Pesto haltbar machen: Trocknen lohnt bei Basilikum kaum – das Aroma verfliegt. Pesto oder Einfrieren sind die besseren Wege.

Schädlinge & Krankheiten

Schädlinge und Krankheiten an Basilikum

Basilikums größtes Problem ist nicht ein Schädling, sondern falsches Gießen – die meisten Verluste gehen auf Wurzelfäule durch Staunässe und auf Pilzbefall durch nasses Laub zurück.

  • Wurzelfäule / Umfallkrankheit: Die Pflanze knickt an der Basis um und stirbt. Ursache: zu nass, zu kalt, zu dicht. Durchlässiges Substrat, moderat gießen, vereinzeln.
  • Falscher Mehltau: Gelbe Flecken auf der Blattoberseite, grauer Belag darunter – seit einigen Jahren ein verbreitetes Problem bei Basilikum. Luftig stellen, von unten gießen, tolerante Sorten wählen. Befallene Pflanzen entfernen.
  • Grauschimmel (Botrytis): Grauer Pilzrasen bei feuchter Kühle. Für Luftzirkulation sorgen.
  • Blattläuse: Vor allem auf der Fensterbank; abspritzen oder Nützlinge.
  • Schnecken: Lieben junge Basilikumpflanzen im Freiland heiß und innig – in den ersten Wochen schützen.
  • Kälteschäden: Schwarze Flecken auf den Blättern nach kühlen Nächten oder Kühlschranklagerung. Kein Schädling, sondern Frost- bzw. Kältestress.

Sorten

Basilikumsorten im Überblick

Basilikum ist erstaunlich vielfältig – weit über das Supermarktkraut hinaus:

  • Genoveser Basilikum (z. B. 'Genoveser', 'Grüner Kugelbusch'): Der Klassiker mit großen, aromatischen Blättern – die Basis für Pesto und Caprese.
  • Kleinblättriges Buschbasilikum (z. B. 'Grüner Zwerg', 'Marseille'): Kompakt, kugelig, ideal für Töpfe und Balkon, oft robuster.
  • Rotes Basilikum (z. B. 'Rosso', 'Red Rubin'): Dunkelrot bis violett, dekorativ und würziger – schön im Salat.
  • Thai-Basilikum (z. B. 'Horapha'): Anis-/Lakritznote, hitzestabil – für die asiatische Küche.
  • Zitronen- und Zimtbasilikum: Aromatische Spielarten für Tees, Desserts und Sommergetränke.
  • Strauchbasilikum / 'African Blue': Mehrjährig und deutlich robuster – wird über Stecklinge vermehrt und kann bei Überwinterung Jahre halten, eine Ausnahme unter den sonst einjährigen Basilikumarten.

Für den Einstieg ist Genoveser die naheliegende Wahl. Wer oft Probleme mit Fäulnis hat, sollte zu den robusteren kleinblättrigen Buschtypen greifen. Fast alle Sorten sind samenfest.